Reiskleie

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Datei:Ungeschälter Langkornreis.JPG
Reiskleie und Reiskorn: ungeschälter Langkornreis

Reiskleie gilt als "Abfallprodukt", das beim Mahlen oder Polieren von Naturreis anfällt. Es ist die Schicht, die das Reiskorn von der Hülle trennt. Die Reiskleie ist auch als Straßenbelag geeignet – eine der Alternativen unter dem Dach des sozio-ökologischen Wirtschaftskonzepts Equilibrismus.

Verwendung

Reiskleie wird traditionell vor allem als Tierfutter verwendet, da es reich an Nährstoffen ist.[1] Weniger verbreitet ist es als Nahrungsergänzungsmittel für Menschen. Japanische Ingenieure der Minebea Co. Ltd. haben herausgefunden, dass sich Reiskleie auch als Rohstoff für Straßenbeläge eignet. In Europa spielt ein solcher Straßenbelag noch keine Rolle. Das österreichische Bundesumweltamt hat sich jedoch im Jahr 2014 in einem Report mit dem Titel "Ein Anpassungsfahrplan für die österreichische Straßenverkehrsinfrastruktur" dafür ausgesprochen, alternative Straßenbeläge aus Reiskleie näher zu prüfen.[2]

Herstellungsverfahren

Reiskleie wird mit Epoxydharz gemischt. Das erhitzte Kleieharz kann dann in unterschiedlichen Mischungsverhältnissen (bis zu 96 Gewichts-Prozent) herkömmlichem Straßenbelag zugesetzt werden, je nachdem welche Eigenschaften der fertige Belag aufweisen soll (Grad der Geräuschminderung etc.).

Vorteile

  • Reiskleie fällt bei der Produktion von Reis an und ist daher bereits in großen Mengen vorhanden.
  • Der Straßenbelag aus Reiskleie ist kaum anfällig für Temperaturschwankungen, nahezu abriebfrei und porös, so dass kein Aquaplaning auf der Fahrbahn entsteht.
  • Das Befahren des Straßenbelags ist leiser.
  • Der Straßenbelag könnte für neue Verkehrskonzepte auch elektrisch leitfähig gemacht werden.

Erwähnung im Equilibrismus-Roman

„Was ist das?“ fragte er [Cording]. Asphalt war es jedenfalls nicht.

„Reiskleie*. Reiskleie fällt beim Mahlen und Polieren von Naturreis an und besteht aus Samenschale und Keimlingen. Sie lässt sich zu einem besonders abriebfesten Straßenbelag verarbeiten. Zudem ist das Fahren darauf deutlich geräuschärmer. Vorsicht...!“

Ein Auto rauschte an Cording vorbei, er hatte es nicht kommen hören.

„Auch Aquaplaning gehört auf diesem Untergrund der Vergangenheit an,“ fuhr Uupa fort, „die Oberfläche ist porös, so dass sich kein Wasser auf ihr sammelt. Bis vor wenigen Jahren wurde Reiskleie ausschließlich zum Auffüllen von Mülldeponien oder als Viehfutter verwendet. Jetzt werden der Kleie Naturharze beigemischt. Man erhitzt das Ganze und erhält einen Baustoff, den man durch geringfügige Veränderungen in der Zusammensetzung sogar elektrisch aufladen kann, so dass die Straßen in Zukunft große Sensoren sein werden, die eine computergesteuerte Überwachung des Verkehrs möglich machen. Auf Tahiti wird das nicht nötig sein, denn die Zahl der Inselbewohner soll limitiert bleiben und Privatautos gibt es sowieso nicht mehr. So, genug geschwatzt! Haere tu, haere tu!“[3]

Einzelnachweise

  1. Nährstoffe laut Wikipedia, zuletzt abgerufen am 11.12.2014
  2. Report des Bundesumweltamts Österreich und der Universität Graz (PDF, Reiskleie auf Seite 23), zuletzt abgerufen am 11.12.2014
  3. Auszug aus "Das Tahiti-Projekt" von Dirk C. Fleck, zuletzt abgerufen am 22.12.2014